BLEIBE IM FLUSS

Hallo und eine herzliche Umarmung, du Wunderwesen!

Ich möchte heute einfach eine kleine Geschichte mit dir teilen – einfach weil es eine schöne Geschichte ist und ich es so wichtig finde, auch mal loszulassen und Dinge einfach zu tun, weil sie schön sind, weil sie Spaß machen, weil sie lustig sind … nicht alles muss immer und überall einen Sinn ergeben, auf ein Zeil hinführen, unserer Lebenserhaltung dienen oder ganz viel Potenzial haben.

Ich habe bei Freunden übernachtet und war in ihrer kleinen extra Dachgeschoss-Wohnung untergebracht. Am nächsten Tag hatte ich einen Termin und weil ich früh los musste, haben wir uns schon abends verabschiedet. Das Einschlafen fiel mir nicht so leicht, die Umgebung war irgendwie ungewohnt und ich war auch etwas aufgeregt wegen des Treffens am nächsten Morgen. Darum bin ich gegen 0.30 Uhr noch einmal aufgestanden und ins Bad gegangen. Als ich die Toilettenspülung betätigte, kam die Überraschung! Es lief kein Wasser nach! Nanu? Auch der Wasserhahn spuckte nur Luft aus.

Etwas ratlos habe ich mich wieder ins Bett gelegt – aber an Schlafen war erstmal nicht mehr zu denken. Mir gingen 1.000 Gedanken durch den Kopf.

Hatten die Stimmen, die ich abends noch im Treppenhaus gehört hatte, etwas mit dem Wasser zu tun? Aber warum würde jemand einfach das Wasser abstellen? Ein Rohbruch hätte doch bestimmt andere, lautere Maßnahmen bedeutet. Und warum hatte mir niemand Bescheid gesagt? Würde morgens alles wieder normal sein? Aber warum war dann mitten in der Nacht das Wasser abgestellt? Und wenn es morgen früh auch noch aus war? Ich würde auf jeden Fall als erstes im Haus aufstehen – müsste ich meine Gastgeber dann wecken? Könnte ich ohne Wasser irgendwie das Haus verlassen?

Das war mal eine interessante Frage: Brauche ich morgens Wasser? Naja, der Spülkasten war ja schon leer und der Termin noch mal eine Stunde Fahrt entfernt. Das würde knapp werden – und ohne Spülen? Hm, eher nicht – vor allem nicht bei „fremden“ Leuten. Meine Wasserflasche war auch schon fast leer und Zähneputzen mit Milch oder Saft sicher nicht wirklich zielführend. Ja, auf die Dusche würde ich zur Not verzichten können, aber etwas Wasser für eine Katzenwäsche wäre schon gut…

Da waren ja noch andere Freunde in dem Ort. Könnte ich da für meine Morgentoilette hinfahren. Aber könnte ich die so früh rausklingeln? Wann machte wohl das örtliche Schwimmbad auf? Und vorher müsste ich ja auch noch mit meinen Gastgebern sprechen. Die hatten ja vielleicht noch gar nicht gemerkt, dass ihr Wasser aus war! Kann eine Stadt einfach so für ein paar Stunden das Wasser abstellen?

Irgendwann bin ich dann doch wohl eingeschlafen – wenn auch nicht sehr fest, denn um 3:48 Uhr weckte mich ein Geräusch, das ganz klar gurgelndes Wasser war und ein beruhigendeRauschen, als der Spülkasten im Bad nebenan wieder voll lief.

Puh! Zum Glück! Das große Rätsel, warum mitten in der Nacht für ein paar Stunden das Wasser aus war, blieb natürlich, aber immerhin stand meinem entspannten Aufstehen und der frischen, sauberen Teilnahme an dem Treffen nichts mehr im Weg – und eine gute Smalltalk-Geschichte hatte ich auch noch.

Des Rätsels Lösung? Ganz einfach – meine Gastgeber hatten am Abend bemerkt, dass ihre Wasseruhr nur so durchlief. Aus Angst, dass irgendwo im Haus ein Rohr kaputt war, haben sie das Wasser abgestellt. Da es schon so spät war, vermuteten sie mich ruhig schlummernd in meinem Bettchen und da sie das Wasser dann ja wieder angestellt haben, hätte ich gar nichts davon mitbekommen sollen. Der Grund für die schnell laufende Wasseruhr war übrigens eine defekte Toilettenspülung im selten genutzten Bad im Keller…

Und das ist die Geschichte!

Keep you spirits high
und freue dich an den kleinen Geschichten, die dir dein Leben schickt.

Ich muss immer noch bei der Vorstellung lachen, dass ich morgens im Schwimmbad auftauche und sage: nein, nein, ich will nicht schwimmen, nur Duschen und Zähneputzen…

Bleibe im Fluss!
Liebe Grüße
Bine


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